Als Schlag in die Gesichter aller Frauen bezeichnen die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen AsF, Jacqueline Roos und Uschi Bodemer, die jüngsten Äußerungen der Familien- und Frauenministerin Dr. Christina Schröder zur Frauenbewegung und Einkommenssituation der Frauen.
„Es ist ungeheuerlich, zu behaupten, dass Frauen an ihrem niedrigen Einkommen selber schuld seien, weil sie die falschen Fächer studieren würden!“ so die Vorsitzende der AsF Pforzheim, Jacqueline Roos. „Vielmehr ist es eine Tatsache, dass Frauen nach einer Familienpause erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, da es immer noch nicht ausreichend Ganztagesbetreuungsplätze gibt und Frauen somit auf schlecht bezahlte Teilzeitarbeit oder 400-Euro-Jobs angewiesen sind!“
Zudem sind es gerade die Männer, die nicht bereit sind, zugunsten der Familie beruflich zurückzustecken. Die Arbeitswelt wird sich aber nicht auf familienfreundlichere Arbeitszeiten einstellen, solange diese nicht auch von Vätern eingefordert werden.
„Die Familienministerin stellt die Erfolge der Frauenbewegung in Frage, dabei ist es ihre Generation, die davon profitiert,“ erklärt die Vorsitzende des Enzkreis, Uschi Bodemer, „es ist heute unvorstellbar, dass ein Ehemann die Arbeitsstelle seiner Frau kündigen kann, wie es noch 1970 möglich war!“
Statt auf Jungenförderung zu setzen, sollte die Familienministerin endlich den Anspruch ihres Ministeriums wahrmachen und sich für echte Gleichstellung von Männern und Frauen einsetzen. Eine Frauenquote ist in anderen europäischen Ländern bereits gesetzlich verankert und hat dazu geführt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht mehr nur auf dem Papier existiert sondern gelebte Realität ist.